Freundlichkeit

Zu dieser Übung haben wir uns durch das Buch 'Die Früchte des Geistes' von Betty Tapscott beflügeln lassen. In dem Buch geht es nicht um Therapie, sondern darum, wie man die biblischen Gaben des Geistes im Alltag umsetzen kann. Freundlichkeit gehört auch zu den Geistesgaben und wir meinen, ein Training in Freundlichkeit ist passend für unser Soziales Kompetenz-Training für Menschen, die wie wir eine Schizotypische Persönlichkeitsstörung haben.

Natürlich wollen wir dir keinesfalls unterstellen, daß du unfreundlich bist, wir sind es auch nicht. Aber vielleicht hast du es im Alltag, wenn du wie wir unter ausgeprägter sozialer Angst leidest, schwer auf fremde Menschen zuzugehen und weiß oft nicht, wie du dich verhalten solltest. Für uns stellt ein tägliches bewußtes Trainieren der Freundlichkeit ein Ausbau von Stärken dar und bietet die Möglichkeit der positiven Verstärkung in Form von erfreuten Rückmeldungen von dir nahestehenden oder vielleicht auch fremden Menschen. Wir selbst haben, als wir Anfang 20 waren anhand des o.g. Buches im Alltag, im Ausbildungsbetrieb beispielsweise bewußt Freundlichkeit geübt. Niemand dort wußte davon. Im letzten Lehrjahr bekamen wir einen relativ teuren goldenen Ring zu Weihnachten, weil wir immer so freundlich und hilfsbereit waren. Auch die Kunden im Geschäft sagten häufig, wir seien sehr freundlich. In der Zwischenzeit haben wir viele schlimme Erfahrungen machen müssen und uns eine 'Einzelkämpfermentalität' verinnerlicht, die uns half zu überleben. Damit meinen wir nicht nur das Verhalten von Beschützer-Persönlichkeiten, die recht oft aktiv werden mußten. Durch diese, teils lebensbedrohlichen Situationen vielen wir in eine schwerwiegende soziale Isolation und wir hatten in früheren Zeiten soziale Kompetenzen nicht ausreichend lernen können.

Es gibt zahlreiche Gelegenheiten im Alltag, wo du lernen kannst freundlich zu sein. Womit wir keine aufgesetzte, unechte Freundlichkeit, sondern eine, die von herzen kommt. Betty Tapscott nennt folgende Ideen:

  • Geburtstagskarten verschicken
  • 'Ich-denke-an-dich'-Grüße versenden
  • kleine Geschenke machen
  • Plätzchen backen udn sie mit anderen teilen
  • dem neuen Nachbarn einen Begrüßungskuchen backen
  • Bei einem Telefonanruf jemandem sagen 'Ich bete für dich'
  • einem kranken Nachbarn Essen bringen

Aus: 'Die Früchte des Geistes' von Betty Tapscott, S. 67

Betty Tapscott weiter zur Freundlichkeit:

    Wie freundlich sind wir? Wie freundlich sind wir zu der Verkäuferin, dem Müllmann, dem Vertreter an der Tür? Es könnte sein, daß wir die einzigen Christen sind, die ihnen heute begegnen.

Uns geht es bei dem Training der Freundlichkeit allerdings hier weniger um den Glauben und wie man diesen lebt oder auch nicht, sondern darum, wie du anderen Menschen begegnen kannst in verschiedenen alltäglichen Situationen.

Gelegenheiten zum Üben der Freundlichkeit im Alltag
  • Im Engel-Portal gibt es wunderschöne Engel-ECards. Du kannst dir für einen Menschen, den du liebst oder gerne magst eine aussuchen und sie ihm schicken.
  • Du kannst auch aus unserem Postkartenservice eine Karte mit einem selbstgemalten Bild von uns versenden. Diese Karten werden regelmäßig verschickt. Du findest sie dort unter 'Unser Blumenwiesen-Postkartenservice'.
  • Wenn dir am Eingang zu einem Geschäft jemand dir Tür aufhält, kannst du dich mit einem freundlichen Lächeln bedanken.
  • Wenn du in der Bäckerei etwas kaufst, kannst du die Verkäuferin bei der Bestellung anlächeln und freundlich zu ihr sein. Sie ist viel Hektik gewohnt und wird sich freuen, wenn du dir die Zeit nimmst freundlich zu ihr zu sein.
  • Manchmal, wenn du genervt bist, fällt es dir vielleicht schwer geduldig und freundlich zu sein. Auch hier kannst du üben.
  • Oft nehmen sich Menschen im Großstadttrubel nicht die Zeit, freundlich zu sein, wenn sie etwas gefragt werden. Wenn dich jemand anspricht, was vielleicht eine nicht einfache Situation für dich ist, kannst du dir auch hier die Zeit nehmen, freundlich zu sein. Auch dann, wenn du die Antwort nicht weißt.
  • Freundlichkeit im Alltag zu üben, bedeutet keinesfalls, zum Fußabtreter zu werden oder zu jemandem, der allzeit gerne bereit ist zu helfen. Du kannst dir natürlich gerne überlegen, wenn du um Hilfe gebeten wirst, ob du dies leisten kannst oder möchtest. Natürlich darfst du auch nein sagen. Aber auch dabei kannst du bewußt freundlich sein.
  • Es mag sein, jeder hat mal einen schlechten Tag oder eine schwierige Zeit. Aber freundlich sein kannst du trotzdem. Bedenke, die meisten deiner Mitmenschen oder je nach Situation auch niemand, kanne twas dafür, wenn du einmal schlechte Laune hast oder dsich ärgerst. Auch hier kannst du üben, freundlich zu sein.
  • Wenn du in einem Supermarkt an der Kasse in einer Schlange stehst und neben dir fällt jemandem, der voll bepackt ist, fällt etwas herunter, dann kanst du es aufheben und dem oder der Jenigen mit einem Lächeln geben.
  • Deiner Phantasie sind keine Grenzen gesetzt, wo du freundlich sein kannst im Alltag. Wichtig finden wir dabei, dies ehrlich, achtsam und bewußt zu tun.

Damit sich neues Verhalten wirklich dauerhaft festsetzt, ist es sinnvoll, wenn du es dauerhaft für eine längere Zeit übst. Auch wir machen diese Übung und haben sie uns für eine längere Zeit vorgenommen. Wir haben diese Übung in unsere Tagebuchkarte eingetragen, damit wir jeden Abend sehen können, ob wir sie umgesetzt haben.

Douglas Parfümerie


Wohlfühl-Oase    Soziale Kompetenz



Monika Kreusel

Zuletzt aktualisiert am 26.01.2007

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